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An dieser Stelle möchte SK coaching Ihnen auf allgemein verständlich Art und Weise an erster Stelle verschiedene, auch zum Schmunzeln geeignete, Persönlichkeiten darstellen, die wir aus dem Alltag alle kennen.
An zweiter Stelle geht es um Kommunikation und um Anregungen, die evtl. zum Nachdenken anregen sollen.

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Persönlichkeiten - zuletzt aktualisiert am 06.04.2018

Erfolg oder Misserfolg - eine Frage der Persönlichkeit

Zuerst stellt sich die Frage, was macht eine Persönlichkeit aus?

Allgemein bekannt ist natürlich, dass ein Mensch durch Elternhaus, Ausbildungsstätte und soziales Umfeld geprägt wird. Die Frage ist aber, warum entwickeln sich Menschen unterschiedlich, obwohl ganz ähnliche Voraussetzungen vorhanden waren.

Unterschiedliche Wahrnehmung schafft unterschiedliche Prägung

Es liegt weniger daran, WAS ein Mensch als prägend erlebt hat als vielmehr daran, WIE er es erlebt. Die einen nehmen den Hauptteil ihres Erlebens mit der Ratio, also der linken Gehirnhälfte wahr, die anderen nehmen es mehr mit dem Gefühl, also der rechten Gehirnhälfte wahr. Beides ist zwar richtig, jedoch unvollkommen, d.h. sie sehen nur die halbe Wahrheit. Nun liegt es am jeweiligen Gegenüber/ Gesprächspartner, welche Seite der Wahrheit er wahrnimmt. Stimmen die Sichtweisen überein, sind also beide Rationalisten oder Gefühlsbetonte versteht man sich zwar, findet aber keine Ergänzung oder Bereicherung im Gespräch. Ergebnis: Alles bleibt beim Alten.

Kommt ein Rationalist mit einem Gefühlsbetonten zusammen ist es zwar für eine gewisse Zeit lang recht unterhaltsam, Bewegung kommt zustande, Ideen sprießen, aber, für beide Seiten wird es auf Dauer zu anstrengend. Ergebnis: Beide haben sich gefreut, den anderen kennengelernt zu haben, aber für ein gemeinsames Projekt ist wohl die Zeit noch nicht gekommen.

Schlimm wird es, wenn ein Rationalist ganz rational über Gefühlsangelegenheiten spricht. Das Gegenüber fühlt sich verletzt und unverstanden, ganz gleich ob er zur Gruppe der Rationalisten oder Gefühlsbetonten gehört. Natürlich auch dann, wenn Gefühlsbetonte ganz gefühlvoll über rationale Angelegenheiten sprechen. Der Andere findet das Gespräch einfach nur unglaubwürdig.

Natürlich gibt es auch Mischformen. Beide Gehirnhälften sind zwar aktiv, werden aber nicht synchron gebraucht, sondern abwechselnd. Wir erleben solche Menschen als polarisierend, manchmal auch als charismatisch.

Einseitigkeit führt nur zur halben Wahrheit.

Ausgeglichenheit kann man lernen, wenn auch nicht über Nacht. Voraussetzung ist, man muss seine alten Verhaltensmuster, die rationalen oder die gefühlsbetonten, anpassen, also ins Gleichgewicht bringen. Die Verbindung zwischen den beiden Gehirnhälften nennt man das Corpus-callosum, eine Brücke bildende Fasern zwischen den Gehirnhälften, die eine sinnvolle Koordination ermöglichen oder auch, wie es im alten China genannt wurde: „Das Tor zum Himmel“.

Es folgt nun die Beschreibung einiger Persönlichkeitsanteile, die mehr oder weniger auf uns alle zutreffen.

Der Kritiker

Der Kritiker ist ein Mensch, der an allem etwas auszusetzen hat. Meistens beginnt diese „Gabe“ schon im frühen Kindesalter. Es könnte eigentlich etwas anderes zu essen geben…, Mama sollte eigentlich das mit mir spielen, was ich will. Immer macht sie das, was sie will…, die Erzieherin im Kindergarten versteht die Kinder überhaupt nicht…, die anderen Kinder sind alle doof…, in der Schule ist es die Lehrerin, die alles falsch erklärt, das würde ich ganz anders machen. Bei der Berufswahl wird es noch schwieriger. Eigentlich gibt es keinen Beruf, der wirklich zu mir passt…usw. usw.

Kein Mensch versteht mich, denkt der Kritiker.

Warum denkt und fühlt er das? In der Regel muss der Kritiker, so schwer es ihm auch fällt, einsehen, dass er es ist, der die anderen nicht oder zu selten versteht. Er ist ausschließlich auf sich und seine Sicht der Dinge fokussiert.

Zum Glück gibt es den Beruf des Kritikers.

Dazu muss der Kritiker allerdings sehr viel von dem Metier verstehen, das er kritisiert. Und das setzt voraus, er muss viel darüber lernen, was andere Menschen zu sagen haben. Je mehr er von einem Metier versteht, desto überzeugender kann seine Kritik sein.

Das Schlimmste für einen Kritiker wäre, nicht ernst genommen zu werden und die Anfeindungen, denen er oft ausgesetzt ist, nicht auszuhalten, ohne zu resignieren.

Und zum Schluss: „Noch nie wurde einem Kritiker ein Denkmal gesetzt!“

Wenn er all die Nachteile, trotz allem in Kauf nimmt, dann erst ist er ein echter Kritiker, - unbestechlich (nicht nur ein Meckerer) und er wird seinen Platz, verbunden mit der Hochachtung, die ihm dann auch zusteht, in der Gesellschaft finden.

Der „Oberlehrer“

Ist im Volksmund ziemlich bekannt.
Dieser Mensch richtet seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf das, was seiner Meinung nach anders, besser, richtiger sein sollte. Dies wird mit grimmigem
Gesichtsausdruck und einer wertenden Stimme geäußert, auch dann, wenn es sich um eine Kleinigkeit handelt.

Der Empfänger dieser Rüge fühlt sich erst einmal schuldig. Genau das ist auch die Absicht des „Oberlehrers“. Er sieht es als seine Lebensaufgabe an, Fehler aufzudecken, zu kritisieren, es besser zu wissen.
Manchmal setzt er auch ein zynisches Grinsen dabei auf oder zieht die Augenbrauen zusammen.

In seltenen Fällen weis natürlich selbst er, dass ihm eine Kritik eigentlich nicht zusteht, jedoch er kann es sich nicht verkneifen und setzt dann ein zuckersüßes Lächeln auf so als wollte er sagen, ich meine es ja nur gut…, das tut er sogar. Die Frage ist nur, wie empfinden das die Empfänger seiner Rügen?

Selten wird seine Kritik mit Dankbarkeit aufgenommen.

Seine Aufmerksamkeit gilt ausschließlich dem, was (seiner Meinung nach) nicht in Ordnung ist. Eine Anerkennung spricht er so gut wie nie aus, weil ja dass für ihn eine Selbstverständlichkeit ist – darüber muss man nicht sprechen.

Auch sein innerer Glauben richtet sich immer auf das, was schief gehen könnte. Das etwas gut geht oder gut wird interessiert ihn nicht. Er glaubt, wenn alle Fehler ausgeräumt sind, muss automatisch alles gut sein. Er vergisst dabei, was richtig oder falsch ist, liegt meistens im Auge des Betrachters.

Der Heuchler

spielt eine Ansicht oder Überzeugung vor, die er gar nicht hat. Das tut er fast immer, im Positiven wie im Negativen. Er präsentiert sich leutselig d.h. er gibt jedem recht, in der
Hoffnung, damit die Sympathie des anderen zu erwerben. Er geht davon aus, daß jeder diese Schmeicheleien von ihm erwartet. Heuchler halten das auch für „gutes Benehmen“ und sind total überrascht, wenn sie als Heuchler erkannt werden.

Natürlich tut er das auch im Negativen. Wenn er z.B. über Krankheiten spricht, die eigenen oder die von Bekannten oder auch ganz allgemein, übertreibt er maßlos und wundert sich dann, wenn seine Erzählungen keine nennenswerte Resonanz bekommen.

Seine sogenannten Überzeugungen werden auch von ihm selbst nicht gelebt. Und so
fällt er in den Bereich des Lügens. Er wirkt nicht nur vor anderen unglaubwürdig, sondern auch vor sich selbst. Er muss immer neue Übertreibungen erfinden, um das einmal gesagte aufrecht erhalten zu können.

Wie wird ein Heuchler zum Heuchler?

Meistens ist es anerzogen. In vielen Familien gilt der Satz: Wenn du nichts Gutes zu sagen hast, dann sage lieber gar nichts. Oder auch: Kannst du das nicht netter sagen…?
Oder auch: Das kann man doch so, also in dieser Deutlichkeit, nicht sagen. Oder auch:
Wenn man etwas so sagt, wie es ist, damit verletzt man Menschen und das sollte man nicht tun.

Alles nachvollziehbare Gründe. Aber wenn auch das übertrieben wird, dann ist der Mensch bereits ein Heuchler. Die meisten Heuchler wissen noch nicht einmal das sie
es sind.

Der Perfektionist

Der Perfektionist ist ein armer Mensch. Er rennt einem Ziel hinterher, das nur in seiner Phantasie existiert. Er denkt, wenn ich es perfekt mache, kann mich keiner schlagen, dann bin ich der Beste! Der, den man nicht tadeln kann, der immer auf dem ersten Platz steht. Nur darauf kommt es ihm letztendlich an, weil er von einer furchtbaren Angst getrieben ist.

Das ist dem Perfektionist natürlich in den allermeisten Fällen nicht bewusst. Er hält sich für besonders pflichtbewusst, zuverlässig, unentbehrlich. Er denkt, entweder mache ich etwas perfekt oder gar nicht, nur dann verdiene ich auch die Anerkennung, die ich mir wünsche.

Solange ein Perfektionist allein arbeitet, evtl. selbständig ist, ohne Mitarbeiter kann er dieses Spiel recht lange betreiben. Nur, er wird sich früher oder später über Auftragsmangel beschweren. Der Grund: seine Lieferungen und vereinbarten Termine kann er nicht einhalten… Warum? Er findet immer wieder ein kleines Fehlerchen, das er verbessern muss und kann, so denkt er. Und wenn er dieses Fehlerchen verbessert hat dann findet er etwas anderes, was man besser machen kann…usw. usw.

Er glaubt allen Ernstes, nur so ist er liebenswert und wird respektiert. Leider glaubt er das auch von anderen. Auch sie dürfen keine Fehler machen, sonst sind sie unzuverlässig.

Einen Perfektionisten als Partner, Chef, Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten zu haben ist eine Qual oder eine Nervenprobe. Letztendlich führt es zu gar nichts. Was bleibt ist Leere…

Der Ausgeglichene

Diese Persönlichkeit kann man auch ganzheitlich nennen, d.h. sie gebraucht ihre Gehirnhälften sowohl synchron als auch polar, aber niemals im Extrem. Die Fasern zwischen ihren Gehirnhälften, die das Corpus-callosum darstellen, dürfen sich frei und spielerisch bewegen, sich finden und berühren und sich wieder trennen um sich aufs neue mit anderen Fasern von der jeweiligen Gegenseite (Ratio oder Gefühl) zu finden, zu berühren und sich wieder zu trennen.

Man nennt diesen Prozess, es fließen lassen.

Je häufiger wir es fließen lassen, d.h. je weniger wir mit unserem Willen in den Fluss unserer Gedanken und Gefühle eingreifen, desto ausgeglichener ist die Persönlichkeit.

Wir empfinden diese Menschen als angemessen und stimmig. Sich in ihrer Nähe aufzuhalten ist wohltuend, entspannt, nimmt den Stress. Auf natürliche, selbstverständlich wirkende Art und Weise sagen und tun sie zur rechten Zeit im rechten Maß ganz einfach das Richtige, was immer es auch sein mag.

Der Glückliche

ist glücklich weil er in erster Linie die Dinge so nimmt, wie sie sind.Positive, negative oder neutrale Ereignisse nimmt er als das wahr, was sie sind, tut was zu tun ist, verzweifelt nicht, wenn er nichts tun kann. Plagt sich nicht mit unnötigen Schuldgefühlen, hält sich an Tatsachen, vermeidet Vorurteile, Neid, Eifersucht und Gier, wann immer es möglich ist.

Seine Gedanken und Gefühle sind einfach im Gegensatz zu kompliziert. Er sagt, was er meint und meint, was er sagt ohne Übertreibung oder Untertreibung.

Er lebt in der Realität und redet weder sich noch anderen die Dinge „schön“ oder„schlimm“.

Er nimmt herzlichen Anteil am Leid und der Freude anderer Menschen, ohne in Mitleid oder Euphorie zu verfallen.

Er beschäftigt sich nicht mit überflüssigen „warum-Fragen“ denn er weis, jede beantwortete „warum-Frage“ führt zu drei weiteren „warum-Fragen“.

Der Positivdenker

Der Positivdenker fühlt sich auf eine gewisse Art und Weise den anderen gegenüber überlegen.

Er ist überzeugt davon, Kraft seiner positiven Gedanken die Welt und sein Schicksal nach seinem Willen lenken zu können. Der Positivdenker sieht das nicht nur als eine Technik an, die man in schweren Zeiten durchaus anwenden sollte, er ist vollkommen überzeugt davon, wenn er es nicht lenkt, dann tut es keiner.

Alles, was ihm geschieht, führt er auf seine eigenen Gedanken zurück, im Guten wie im Bösen. Geschieht etwas nach seinen Vorstellungen, dann, so glaubt er, hat er richtig gedacht, denn er hält sich für den ausschließlichen Schöpfer seines Schicksals. Geschieht etwas, was seinen Vorstellungen nicht entspricht, ob das nun positiv oder negativ ist bleibt einmal dahingestellt, dann, so bildet er sich ein, war seine Schöpferkraft nicht stark genug oder nicht genau genug.

Er negiert den sog. Schatten, die dunkle Seite, die Polarität weil er sich diesem unberechenbarem „hin und her“ entziehen möchte.

Sein Motto lautet: „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur“

Im Grunde genommen leidet er an einem Minderwertigkeitskomplex. Er nimmt es sich selbst übel, nicht Herr über das Universum zu sein und als einziger die Geschicke lenken zu können. Zumindest sucht er nach einem „Trick“, und er ist überzeugt davon diesen auch zu finden, wie es zu bewerkstelligen ist, nur noch das zu erleben, was in seiner Vorstellung dem Positiven entspricht.

Zugegeben, damit hat er eine Lebensaufgabe, die ihn beschäftigt hält. Das sein Wunsch schlichtweg nichts in der materiellen Realität verloren hat, das kann und will er nicht glauben. Dann wäre er ja, wie all die Anderen, verschiedenen unkontrollierbaren Einflüssen ausgeliefert und auch er müsste damit fertig werden. Das traut er sich selbst eigentlich nicht zu und deshalb bleibt er Positivdenker.

Eine positive Grundhaltung ist natürlich gut und richtig ganz besonders dann, wenn alle uns zur Verfügung stehenden Mittel der Einflussnahme ausgeschöpft sind.

Der Negativdenker

Er ist derjenige, der sich ständig Sorgen macht, denkt er. Sorgen um sich selbst, um andere, um die Welt…

In Wirklichkeit will er nicht enttäuscht werden und versucht lieber im Voraus Fehlern, Missständen und sonstigen Katastrophen auf die Spur zu kommen. Er ist ständig auf einem Katastrophenvermeidungskurs und glaubt allen Ernstes, er könnte das Negative dadurch vermeiden.

Er ist der „Schwarzseher“, der sich verbissen, unermüdlich und voller „guter Absichten“ auf der Jagd nach Fehlern schier aufopfert. Je mehr Sorgen er sich macht, desto weniger tut es seine Umgebung. Schließlich muss ja ein Gegengewicht zu seiner Schwarzseherei gesetzt werden. So schlepppt er sich durch’s Leben, gleich Atlas, der die Last der Welt auf sich genommen hat, nach dem Motto „Einer muss es ja tun“.

Stellt sich die Frage, warum tut ein Mensch so etwas, wonach strebt er, was sucht er?

Er strebt danach, ernst genommen zu werden, will auch einen wichtigen Beitrag leisten, ist überzeugt davon, wenn man es sich schwer macht, dann ist man auch wichtig.

Mütter wenden diese Katastrophenvermeidungsstrategie sehr gerne an, wenn sie ihre Kinder, gleichgütig ob kleine oder große, aus ihrer Obhut entlassen müssen. Z.B. wenn sich das kleinere Kind allein auf den Schulweg macht, dann „räumen“ viele Mütter gedanklich alle möglichen Gefahrenquellen dadurch aus dem Weg, dass sie sich „das Schlimmste“ vorstellen, damit es nicht passiert. Diese Strategie wenden natürlich nicht nur Mütter sondern auch mütterlich / fürsorglich veranlagte Personen auf alle nur erdenklichen Situationen an, und sie tun es wirklich gern, um Schlimmes zu vermeiden.

Hier einige der gängigsten Beispiele:

Die Vorstellung der totalen Verarmung, z.B. durch Jobverlust als Hartz VI-Empfänger, geächtet von allen mit seinem einzigen Freund, dem Fernseher, dahin zu vegetieren.

Die Vorstellung einer schlimmen unheilbaren Krankheit, z.B. Krebs, Gefäßverengung, Bluthochdruck, Diabetes bis hin zu HIV-positiv.

Der Vorstellung einer Pleite, ob geschäftlich, partnerschaftlich, durch Immobilien oder sonstige Investitionen z.B. Kapitalanlagen.

Die Vorstellung, in Ungnade zu fallen, z.B. beim Arbeitgeber, beim Vermieter, im Freundeskreis, in der Familie.

Die Vorstellung, nicht schön genug zu sein, z.B. durch Übergewicht, schlechte Haut, hässliche Zähne oder dünne Haare.

Die Vorstellung, nicht intelligent genug zu sein und dadurch keine Aussicht auf einen einigermaßen respektierten Job zu haben.

Solche Vorstellungen werden dann mit Akribie unter die Lupe genommen und analysiert…bis, ja eigentlich bis alles neutralisiert ist und die Gefahr mal wieder gebannt ist.

Auch eine Möglichkeit der Lebensbewältigung, wenn auch eine sehr anstrengende, undankbare und von der Umwelt wenig geschätzte Methode.

Übrigens, Negativdenker halten sich für die eigentlichen Lebenskünstler, denn sie werden häufiger als andere positiv überrascht.

Der „Ja“ Sager

Der Jasager ist überzeugt davon, damit am besten durchs Leben zu kommen, denn er sucht in erster Linie nach Sicherheit. Sicherheitshalber sagt er zu allem erst einmal „ja“. Der Gesprächspartner nimmt natürlich an, der Jasager sei mit ihm einer Meinung, das freut ihn und er spricht munter weiter, stets begleitet von einem vielsagenden Kopfnicken und dem sich in Variationen wiederholendem „Ja“, ja selbstverständlich, oh ja, ja, bin ganz ihrer Meinung, aber ja doch, es kann nicht anders sein, das ganze begleitet von entsprechenden Handbewegungen und zum Schluss ein bejahender Handschlag mit der Bestätigung, ich bin ganz auf ihrer Seite. (Wo soll er auch sonst sein?!) Wenn die erste Euphorie über das nette Gegenüber langsam verfliegt, was einige Wochen oder auch länger dauern kann, wird der Gesprächspartner stutzig. Das kann doch gar nicht sein, denkt er sich insgeheim, ich habe so viele verschiedene Themen angeschnitten und immer ist der andere meiner Meinung? …

Er ist es natürlich nicht. – Und nun kommt die Überraschung, zunächst nimmt man an, der andere traut sich vielleicht nicht seine Meinung zu sagen, aber weit gefehlt, in aller Regel hat der Jasager keine Meinung. Er will auch keine haben. Was er hat, ist Angst. Angst vor allem und jedem. Und diese Angst will er sich nicht eingestehen, seinem Gegenüber noch viel weniger. Angst einen Fehler zu machen, Angst nicht gemocht zu werden, Angst sich zu blamieren, Angst ein Außenseiter zu sein, Angst vor Verantwortung, denn der Jasager lässt durch sein ewiges Ja sagen die Entscheidung immer beim Anderen. Angst vor einer privaten Partnerschaft, denn dabei müsste er einen „Part“, ein Teil, übernehmen und zu diesem Teil auch stehen oder ihn verteidigen.

Das alles will der Jasager nicht, er fühlt sich bestenfalls als ausführendes Organ sicher und wenn`s schiefgeht, dann sind die anderen dran schuld.

Nun gibt es im Business, in der Politik, in der Familie, beim Militär oder in der Schule nicht so selten Vorgesetzte oder Oberhäupter, die Jasager gern um sich scharen. Bei der Auswahl ihrer jeweiligen Mitarbeiter oder Partner, wobei das Wort in diesem Fall nicht so ganz stimmt, entscheiden sie sich häufig für einen Jasager es sei denn, der Vorgesetzte hat wirklich einen „Part“ zu vergeben. Dann kann er sich einen solchen nicht leisten. Und so wie der Jasager keine Verantwortung übernehmen will, so wird er auch niemals die Lorbeeren bekommen, die bekommt sein Vorgesetzter…

Der „Nein“ Sager

Der Neinsager ist überzeugt davon, damit besonders intelligent, progressiv, kritisch und interessant zu wirken. Er ist zunächst einmal dagegen. Er hat „Biss“, denkt er, manch anderer übrigens auch. Er will es anderen nicht zu leicht machen, er will nicht als Versager gelten, verkompliziert selbst einfache Zusammenhänge und Entscheidungen, wirkt aggressiv, kalt, unnahbar, unbestechlich, meist schlecht gelaunt, manchmal haben seine Mitmenschen sogar Angst vor ihm und sind gefügiger ihm gegenüber als sie es normalerweise sind.

Genau das will der Neinsager, denn sein innigster Wunsch ist Anerkennung.

Er glaubt, wenn er Fehler aufspürt, und er ist gut darin, besonders solche, die andere machen, ist er wichtig, ja unentbehrlich und besonders wach. Nein, ihn führt keiner hinter’s Licht, und würde es jemandem gelingen, müsste er sich sogleich, aber mit noch mehr Eifer, auf einen neuen Fehler stürzen, um wieder „Nein“ sagen zu können.

Sein Lebenselixier besteht darin, andere oder anderes als falsch dastehen zu lassen, damit er glänzen kann.

Das macht er recht geschickt, denn manchmal hat er keine schlechte Laune, dann kann er sehr charmant lächeln und sogar seinen Arm um jemandes Schulter legen und mit sanfter, leiser Stimme, so also hätte er Kreide gefrühstückt, sagen „liebe Frau, lieber Herr XY, ich verstehe Sie ja, aber so können wir das leider nicht machen, Sie verstehen…?

Der Empfänger solch’ seltener „Liebkosungen“ fühlt sich natürlich geschmeichelt, endlich hat er mich einmal verstanden, und gibt natürlich nach.

Manch’ Neinsager dreht seine Strategie ins Gegenteil um, man hört ihn immer mit sanfter, liebenswürdiger Stimme und bittenden Augen einen Wunsch äußern, den ihm natürlich niemand abschlagen kann…, bis auf das eine Mal, wenn sein Gegenüber einmal "Nein" sagt, dann wird der Neinsager deutlich und stellt sein Gegenüber vor eine Alternative, die keine ist, um gleich wieder mit lieblicher Stimme zu fragen, haben wir uns jetzt verstanden?

Die "Zauberhaften"

Diese Persönlichkeit ist nicht häufig vertreten, aber man begegnet ihnen hin und wieder einmal. Sie tauchen die Welt in ein „rosa Licht“, lassen uns träumen, alles Schwere ein wenig leichter sehen, Hoffnung und Zuversicht stellen sich ganz unmerklich wieder ein, wir können wieder lächeln…

Ein bezaubernder Mensch verbreitet eine märchenhafte Atmosphäre, er kann sehr bildhaft, anschaulich erzählen, durchzogen von häufigen und treffenden Vergleichen, seine Stimmlage gleicht der eines orientalischen Geschichtenerzählers, alle Zuhörer „erleben“ es quasi mit, was er erzählt. Um ihn herum wird es mäuschenstill. Wir fühlen uns geborgen und wohl, ganz so, als wäre die Welt um uns herum voller Wunder und Überraschungen, alles ist möglich.

Stellen Sie sich einmal vor, ein Lehrer/in oder ein Zahnarzt hätte ein wenig von dieser Persönlichkeit in sich. Wäre das nicht schön?

Nun kennen wir aber auch die Verzaubernden. Sie können uns, gleich der bösen Fee im Märchen, regelrecht verzaubern. Sie wollen einem ein „X für ein U“ vormachen. Wollen uns Dinge glauben lassen, die fern der Realität sind, die uns in Unkosten stürzen, uns auf eine falsche Fährte führen. Sie gleichen dem Fuchs im Märchen von Pinocchio, der dem armen Pinocchio weismacht, wenn er Goldstücke in ein Feld einpflanzt, dann wachsen ihm Goldstücke, so viel er will.

Wonach sehnen sich die „Zauberhaften“? Nach mehr Liebe und Gerechtigkeit.
Und auch nach Macht, die Welt nach ihren Vorstellungen verändern zu können.

Die Träumer

Um unser Leben nicht unnötig schwer zu erleben, ist es ausgesprochen konstruktiv, träumen zu können und alles für möglich zu halten. Fatal wäre es, wenn wir alles für wahrscheinlich halten würden, wie es der Träumer tut.

Der Träumer „jubelt“ sich gern, manchmal sogar ausschließlich, in eine selbst erfundene Wirklichkeit hinein und hält diese „eigene Welt“ für die Realität.

Er lebt gleichzeitig in zwei Parallelwelten, seiner eigenen Traumwelt und in der realen Welt. Seine Traumwelt ist ihm natürlich die sympathischere, deshalb hält er sich häufiger in seiner Traumwelt auf und versäumt auf diese Art und Weise viele Fakten der realen Welt. Er wirkt zerstreut, unaufmerksam, unkonzentriert und hat oft einen abwesenden Blick oder einen Blick, der ins „Leere“ geht.

Einsame, sich völlig selbst überlassene Kinder erträumen sich manchmal eine heile, kindgerechte Welt. Aber auch Jugendliche, die kein Dazugehörigkeitsgefühl haben, träumen sich gerne in eine Parallelwelt, wo die Welt für sie in Ordnung ist, wo sie Anerkennung und Eingebundensein erfahren. Alte, einsame Menschen träumen gerne von früheren Zeiten, als sie noch jung und aktiv waren, die Kinder klein, der Mann/Frau am Leben und die Welt noch voller Perspektiven war..

Was ist das Motiv eines Menschen, der einen großen Teil seines Lebens in Traumwelten/Parallelwelten lebt? Unzufriedenheit.

Etwas ganz Elementares fehlt ihm. Oft fehlt der richtige Lebenspartner, daher die Traumfrau/Traummann, der erfüllende Beruf – der Traumjob, die optimale Wohnsituation - das Traumhaus.

Den „echten Träumer“ interessieren eigentlich nur seine Träume, die Realität interessiert ihn nicht. Manchmal passiert es ja sogar, das z.B. der Traumjob angeboten wird: in einem solchen Moment wird aus dem Träumer ein radikaler Kritiker, dem man es einfach nicht recht machen kann. Es ist fast so, als würde er mit einem heftigen Knall aus seiner Traumwelt auf den Boden der Wirklichkeit fallen, ist furchtbar erschrocken
und hat keinen größeren Wunsch, als so schnell wie möglich wieder in seine Traumwelt zu gelangen.

In dieser Traumwelt gibt es keine Konsequenzen, keine Verantwortung. Gefällt dem Träumer nicht mehr, was er sich erträumt hat, ist es ganz leicht, ohne jede Mühe einen neuen Traum zu träumen.

Der Besserwisser

Mit einem der immer recht haben will, mit dem ist schlecht leben.

Wo mindestens zwei Menschen miteinander auskommen müssen und ein unfehlbarer Besserwisser ist dabei, einer der immer recht haben will, da wachsen unter der Oberfläche viele Spannungen und Konflikte.

Mit einem Besserwisser kann man nicht reden, geschweige dem kommunizieren, man kann ihm noch nicht einmal einen einfachen Auftrag erteilen, ohne einen Widerspruch zu bekommen. Will man mit ihm keinen Ärger bekommen, kann man nur zuhören und Amen sagen.

Unfehlbare Besserwisser gibt es gar nicht so selten.

Rechthaberei entspringt der Unsicherheit. Wer anderen ständig beweisen muss, wie klug und allwissend er ist, kämpft mit Mangelerscheinungen. Wenn wir in uns ruhen und unseren Platz in der Welt kennen, müssen wir uns nicht zur Schau stellen.

Wir können unseren Standpunkt einfach vertreten, und sollte jemand nicht damit einverstanden sein, auch nicht schlimm, der andere hat ein Anrecht auf seine Meinung, ohne das ich deshalb unsicher werde.

Selbstsicher ist nicht, wer immer recht hat, sondern wer keine Angst davor hat, auch andere Meinungen gelten zu lassen.

Wie sagte der Philosoph Demokrit doch so weise: „Bemühe Dich nicht, alles wissen zu wollen, sonst kannst Du nichts mehr lernen.“.

Der Zurückhaltende/Passive

Er oder sie erzeugt Spannung, allein dadurch das er über eine lange/zu lange Zeitperiode nichts von sich gibt, dabei aber durchaus aufmerksam wirkt. Dauert die Spannung an, entsteht Druck. Der Gesprächspartner wird nervös, gibt Äußerungen von sich, die er gar nicht von sich geben wollte, wird ggf. emotional, hektisch, manövriert sich ins Abseits, ist erschöpft, verunsichert.

Manch Passiver holt dann seine „Trumpfkarte“ aus der Tasche und legt sie auf den Tisch, noch immer sagt er nichts oder nur das Allernotwendigste. Hat er keine „Trumpfkarte“ in der Tasche wiegt er vielleicht wortlos seinen Kopf hin und her, verzieht den Mund ein wenig, jedoch ohne ein erkennbares Lächeln oder ohne deutlich Missmut zu zeigen.

Selbst erfahrene Verkäufer oder Menschenkenner kommen an den Rand der Verzweiflung.

Manch Passiver bemerkt noch nicht einmal, wie unangenehm er auf seinen Gesprächspartner wirkt.
Warum tut er das? Er ist unentschlossen und will nicht unentschlossen wirken. Manch Passiver erwartet, ohne es zu sagen, der andere möge eine Entscheidung treffen – dann wäre er, so hofft er, von der Verantwortung befreit.

Geht etwas „schief“ liegt die „Schuld“ bei den anderen.

Die Langweiler

Die Langweiler haben diesen Namen erhalten weil sie l a n g w e i l i g sind. Sie selber wissen es, die anderen auch. Seine Motivation? Die Antwort der Langweiler lautet: „Ich will niemanden auf die Nerven gehen“, „Ich will niemanden zu nahe treten“, „ich will mich nicht aufdrängen, nicht in den Vordergrund spielen“. Die anderen kennen alle Verhaltensweisen, alle Antworten, alle Bemerkungen, er ist also berechenbar, vorhersehbar. Zugegeben, das ist bequem, aber langweilig, weil sich ständig alles wiederholt. Er denkt, er liebt seine Routine, seine Gewohnheiten, seine sich immer wiederholenden Ansichten, seine aus wenig dürren Worten bestehenden Sätze. Er hält sich für absolut zuverlässig, trotzdem ist er fast nie wichtig.

Ja, er wird eingeladen und auch in Betrieben eingestellt, er ist also nicht wirklich einsam, weil er ungefährlich ist, weil er nichts von sich gibt, was nicht opportun wäre, weil ihn niemand interessant findet und er nicht „abgeworben“ werden könnte.

In Wirklichkeit will er als brav gelten. Anständig und brav sein bedeutet für ihn unantastbar zu sein, nicht kritisiert zu werden, keine Rüge zu bekommen und er kann sich selbst dann für perfekt halten. Ob die anderen es auch tun interessiert ihn wenig oder gar nicht.

Leute, die sich klar und deutlich äußern, frei und offen sprechen, sich spontan und ungezwungen verhalten sind ihm höchst unangenehm. Fragen wie „Wo soll das hinführen, was soll daraus werden, was kommt später auf mich zu, welche ungewollte Verpflichtung gehe ich womöglich ein…“, gehen ihm durch den Kopf und er ist froh über sich selbst, nicht so geschwätzig und unberechenbar zu sein. Das entspricht nicht seiner Vorstellung von einem ordentlichen, zuverlässigen, korrekten Mensch. Das zu sein, ist sein höchstes Ziel.

Der Hochnäsige

trägt im wahrsten Sinne des Wortes die Nase hoch. Der Kopf ist zurückgeworfen, sein Blick ist zielgerichtet nach vorne gerichtet. Häufig übersieht er Gegenstände oder Menschen und „eckt“ an. Sein zielgerichteter Blick lässt ihn auch alles, was „am Wegesrand“ geschieht übersehen und als unwichtig betrachten. Er verliert dadurch leicht den Zusammenhang der Dinge und übersieht oft sog. Kleinigkeiten, die jeder andere sofort bemerkt.

Der Hochnäsige beschäftigt sich am allerliebsten mit sogenanntem „Höherem“, der Begriff „Bescheidenheit“ oder gar „Demut“ (der Mut erst einmal zurückzutreten und abzuwarten) ist ihm in jeder Hinsicht fremd. Er lebt in der Überzeugung „Es“, was immer es auch sein mag, zu wissen und zu können! Innerlich orientiert er sich an den Helden der Heldensagen, die bekanntlich unverwundbar und unbesiegbar sind. Wäre da nicht die kleine oft übersehene Stelle, die eben doch verwundbar ist! Der Hochnäsige weis zwar von dieser Stelle, ist aber, gleich einem zwanghaften Spieler, immer wieder davon überzeugt, „dieses Mal“ auch an dieser Stelle unverwundbar zu sein. Der Arme wird zwar immer wieder enttäuscht, aber er lässt sich nicht entmutigen, denn, so denkt und fühlt er, wer soll es schaffen, wenn nicht ICH.

Warum tut er das?

Aus Angst vor der Verletzung als ganz normaler Mensch erkannt zu werden. Das wäre eine Schmach für ihn. Er glaubt, klüger, edler, besser, höher in seiner geistigen Entwicklung zu stehen als Normalsterbliche.

Das Fazit

aus den beschriebenen Persönlichkeitsanteilen, vom Positivdenker bis zum Langweiler, die jeder von uns bis zu einem bestimmten Grade in sich trägt, beschreibt Paul Wazlawick mit folgenden Worten:

„Mehr von demselben bewirkt das Gegenteil von dem, was beabsichtigt war“.

Übertreibungen jeglicher Art bewirken niemals etwas Hilfreiches oder Konstruktives. Im Gegenteil, sie tragen ganz erheblich zu mehr Missverständnissen bei und lassen keine realistische Kommunikation, im Sinne vom Erkennen der Tatsachen, zu.

Immer ist Verdrängung im Spiel. Die Bandbreite reicht von Beschönigungen wie, „das wird schon wieder werden…“ oder „es ist doch alles in Ordnung….“bis hin zu fanatischen Behauptungen, die stets beinhalten, so und nicht anders ist es, alles andere ist zu verdammen.

Meistens werden positive aber auch negative Übertreibungen wie „das wird schon wieder werden, denk einfach an etwas Schönes, leg die schlimmen Gedanken einfach erst einmal weg….“ usw. oder auch Drohungen wie „wenn du dich nicht bald mal richtig anstrengst, dann sollst du mal sehen, was dann passiert“ eigentlich in „guter“ Absicht dahergesagt, trotzdem spürt der jeweilige Empfänger solcher Bemerkungen, dass es so eigentlich nicht sein kann.

Ängstliche, unselbständige Persönlichkeiten neigen tragischerweise dazu, solchen „Mist“ zu glauben. Sie wiegen sich dann in seliger Sicherheit oder bekommen Panik-Attacken. Auch wieder gleich zwei Übertreibungen!

Der Volksmund sagt: „Man muss den Tatsachen ins Auge blicken“. Stimmt! Wenn man das getan hat, zugegeben, was Mut erfordert, kommt relativ schnell die Lösung.

Kommunikation - zuletzt aktualisiert am 22.2.2018

Kommunikation

Das Wort beinhaltet „Kommune“ also Gemeinschaft und eine Gemeinschaft beginnt mit zwei oder mehr Personen. Kommunikation bedeutet auch soviel wie Unterhaltung – also sich gegenseitig halten oder stützen. Stellt man sich ein Paar vor das eingehakt auf der Strasse läuft, der eine achtet auf den anderen wenn z.B. eine Stufe kommt oder ein Stolperstein oder auch wenn das Tempo verändert wird. Es braucht keine Worte um die Signale des anderen zu empfangen.

Wie sagt Paul Watzlawik: „Man kann nicht nicht kommunizieren“, denn gleichgültig ob jemand ein „Pokerface“ aufsetzt, in der Hoffnung sein Gegenüber könnte ihn nicht durchschauen oder ein „strahlendes“ Lachen, die Augen verraten doch immer die wahre Befindlichkeit. Auch die Körperhaltung sagt mehr aus, als der Betreffende beabsichtigt.

Da begegnet uns z.B. der sich sehr aufrecht haltende mit erhobenem Kopf immer geradeaus schauende, der die Absicht hegt als ein korrekter, ehrlicher, kluger, alles durchschauende Mensch zu erscheinen. (wir alle kennen den „Hans guck in die Luft“ aus dem Struwelpeter). Jedoch, was passiert gerade ihm…? Er fällt in den Graben, den alle anderen deutlich wahrnehmen.

Oder, die Sprache, der Tonfall, die Lautstärke, die Modulation in der Stimme, die Handbewegungen und vor allem das Tempo und natürlich auch die Deutlichkeit der Aussprache.

Bei manchen Menschen ist der Tonfall monoton, zu leise oder auch zu laut, ohne Höhen und Tiefen in der Stimme, ohne Handbewegungen oder auch mit den Händen fuchtelnd oder wie ein schlechter Schauspieler der jedes Wort überbetont.

Je deutlicher jemand erscheinen möchte, desto höher ist seine Tonlage, je geheimnisvoller jemand erscheinen möchte, umso tiefer ist seine Stimme.

Warum möchte jemand geheimnisvoll erscheinen? Weil er etwas zu verbergen hat, weil er sich nicht sicher ist, weil er ein ungewöhnliches Anliegen hat, weil er den anderen neugierig machen will, seine volle Aufmerksamkeit erobern möchte. Meist wird die Stimme dann immer leiser. Der Zuhörer ist in höchster Spannung, sein Körper ist etwas nach vorne gebeugt, seine Augen werden größer, sein Mund leicht geöffnet.

So weit so gut – aber, kommt der „Geheimnisvolle“ nicht auf den Punkt, treibt er das Spiel immer so weiter, dann schlägt die Stimmung um. Der Zuhörer lehnt sich zurück, die Augen verengen sich zu Schlitzen, der Mund schließt sich, die Lippen werden schmaler…und er sagt mit deutlicher Stimme, was wollen Sie mir eigentlich sagen…? Schaut auf seine Armbanduhr und hat plötzlich keine Zeit mehr. Das passiert, wenn man das eine oder auch das Gegenteil davon übertreibt.

Lügen oder auch kleine „Schwindeleien“, wie sie Kinder und Jugendliche gern mal anwenden, erkennt man am starren Blick, direkt in die Augen des Gegenübers oder auch am ausweichenden, umherschweifenden Blick. Es gibt geübte Lügner, dann erkennt man die falsche Botschaft oft erst im Nachhinein. Gelegenheitslügner, ohne Übung sind leicht zu erkennen. Oft kann die Lüge dann mit einem Lächeln oder einem viel sagenden Blick, wie z.B. Mütter oder Ehepartner es gerne tun, abgewendet werden. Denn, kleine Schwindeleien sind meist nicht böse gemeint, sie geschehen aus Unsicherheit.

Wer nicht angemessen kommuniziert verstrickt sich mit der Zeit in Blockaden, die dann nur mühsam wieder aufzulösen sind.

Mein Motto lautet: Sag die einfache Wahrheit, und empfange sie ohne Werturteil.

Für heute schließe ich, demnächst mehr über dieses nie endende Thema: Kommunikation.

Was man bei der Kommunikation vermeiden sollte

Gefühlskälte
Um professionell und sachlich zu wirken, vermeiden manche Berater, Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Verkäufer und auch Psychologen, Psychotherapeuten und coaches jede spürbare Gefühlsregung oder persönliche Anteilnahme. Sie verhalten sich kalt, Gesichtsausdruck und Körperhaltung gleichen einem Stein. Der Blick ist starr auf den Bildschirm oder auf Tabellen fixiert und sie lesen irgendwelche Werte ab oder auch vor, und fragen dann auch noch mit tonloser Stimme, was wollen sie tun?

Der Kunde oder Klient ist dann natürlich erst einmal perplex. Er weis einfach nicht, was er sagen oder denken soll. Wenn er auf sein eigenes Gefühl hört, steht er auf und geht. Wenn er unerfahren, ängstlich, unsicher ist oder sich unter Druck fühlt, lässt er sich auf einen solchen Menschen, der sich wie ein Roboter benimmt, ein.

Was dann geschieht, ist leicht vorhersehbar: Er wird stereotyp abgefertigt.
Er fühlt sich ausgeliefert, rechtlos und eingeschüchtert. Muss akzeptieren, was ihm zugewiesen wird, mit allen Konsequenzen….! Schade. Mit ein bisschen mehr Gefühl hätte der Kunde/Klient/Patient mehr Menschlichkeit erfahren können.

Lüge
Lügen sind Waffen im Kampf um seinen Willen durchzusetzen, Recht zu behalten oder zu bekommen. Der Vorteil ist damit zunächst einmal schnell erreicht. Aber in der Realität ist Lüge ein Gift, das sich hartnäckig und unaufhaltsam bis in den Kern einer Beziehung schleicht und sie letztendlich zerstört. Manchmal geht es schnell. Aber manchmal dauert es Jahre, und man hat vielleicht sogar vergessen, dass der Todesstoß von einer Lüge ausging.

Sprachlosigkeit
ist eine weit verbreitete Verhaltensweise um jemanden zu verletzen oder auch Schaden zuzufügen. Es funktioniert, denn der Kommunikationsfluss wird dadurch blockiert, man lässt den Anderen in einer Annahme, die nicht mehr aktuell ist. Missverständnisse entstehen, Schuldgefühle kommen auf, die Harmonie ist gestört, Wut und Aggression schleichen sich ein.

Leider haben nur die wenigsten Menschen die Courage, den NICHTSSAGER offen anzusprechen um Klarheit zu schaffen. Die meisten Kollegen oder Familienmitglieder wählen dann auch den Weg, der den Kommunikationsstau ausgelöst hat, sie sagen nichts mehr, unter dem Motto: was du kannst, das kann ich auch. Häme kommt hinzu und die Verletzung nimmt immer schneller ihren Lauf.

Routine
ist zweifelsohne bequem. Man braucht nicht denken oder fühlen, spart sich jede Spontaneität, lebt in der Annahme man könne auf diese Weise nichts Falsches machen. Der Mensch glaubt, wenn er routiniert vorgeht, hätte er mehr Sicherheit und Erfolg. In Wirklichkeit tötet Routine jede lebendige Kommunikation. Die Routine wird zum Panzer, der den Fluss der Gefühle austrocknet. Es ist, als würde man einen lebendigen Fluss begradigen, ihn in ein betoniertes Flussbett zwingen. In Wirklichkeit verjagt sie das lebendige Leben.

Misstrauen
Man erwartet immer das vom anderen, was man selbst denkt und tut.

Der Volksmund sagt es ganz richtig: "Was ich selber denk und tu, das traue ich auch andern zu".

Warum erwartet z.B. jemand, dass ihm etwas erzählt wird, was nicht glaubwürdig ist?

Möglichkeit 1:
Weil er von sich auf andere schließt.

Möglichkeit 2:
Weil er einmal etwas geglaubt hat, was sich als unrichtig herausgestellt hat und er unwillig war, den Irrtum aufzuklären oder es einfach nicht nachsehen kann und es von da an auf alle anderen Menschen überträgt.

Möglichkeit 3:
Weil er grundsätzlich a l l e s anzweifelt, bis das Gegenteil bewiesen ist.

Misstrauen vergiftet das Leben und jede Beziehung, ganz sicher! Hinzu kommt die "sich selbst erfüllende Prophezeihung", ich sehe das, was ich selbst erwarte. Ein wahrer Teufelskreis nimmt seinen Lauf...!

"Glauben ist nicht Wissen", das stimmt. Aber, bevor man etwas wissen kann, muss man es erst einmal glauben, jedenfalls in den meisten Fällen, Wenn es sich wirklich als unwahr herausstellt, fällt es bei einem nicht misstrauischen Menschen ohnehin von selbst wieder aus seinem Kopf.
Es lohnt sich also nicht, misstrauisch zu sein.

Sturheit
Das Wort Sturheit wird oft unzutreffend im Zusammenhang mit Durchhaltevermögen verwendet.

Beim Durchhalten müssen oder wollen handelt es sich normalerweise um etwas Schwieriges, etwas was uns Mühe bereitet. Wenn wir mit Sturheit durchhalten wollen kommen wir nicht zum Ziel, im Gegenteil. Es geschieht in aller Regel genau das, was wir nicht wollten.

Beim Durchhalten ist Flexibilität gefragt, also innerliche und auch äußerliche Beweglichkeit, um sein Ziel zu erreichen. Dann erreicht man es auch, in aller Regel.

Zurück zur Sturheit -

Ein anderes Wort für stur ist starr. Starr ist mit steif gleichzusetzen, steif mit kalt, leblos, zu keiner Bewegung mehr fähig - also tot.

Wenn jemand oder etwas tot ist, kann es sich nicht mehr bewegen, selbst wenn es gewollt wäre. Ein schlimmer Zustand.

Durch welche Verhaltensweisen kommen Menschen zur Sturheit:

Kritiksucht - Rechthaberei - Intoleranz - Eifersucht - Geltungsbedürfnis
um nur einige zu nennen. Aber immer dann, wenn jemand "mit dem Kopf durch die Wand will" oder eben "seinen Kopf durchsetzen will" und dabei nicht bemerkt, dass der Widerstand härter ist als sein Kopf. Dann sagt der Volksmund, jemand "rennt sich den Kopf ein" - dann hat er keinen mehr, dann ist er tot..manchmal sogar physisch.

Sturheit ist nicht sehr effizient. Das Risiko, dabei in die Starrheit zu fallen ist hoch, die Anstrengung groß.
In anderen Worten, mit Flexibilität kann man das Ziel genauso erreichen und bleibt in jedem Fall am Leben.

Angst vor Kritik
bei Coachinggesprächen stelle ich manchmal, besonders bei jüngeren Klienten, ein Mißverstehen des Wortes Kritik fest. Dabei wird Kritik (das aufmerksam machen darauf, das man etwas anders machen könnte oder sollte um zum gewünschten Erfolg zu kommen) als persönlicher Angriff wahrgenommen.

Was bedeutet das?

Es deutet darauf hin, das der Empfänger von Kritik sich nicht vorstellen kann, und es auch nicht will, das es eine bessere Lösung geben kann, als das, was er kennt. Er muß feststellen - er ist nicht allwissend! Fühlt sich ertappt, ist von sich enttäuscht, wird weinerlich oder agressiv, will sich rechtfertigen, das er doch recht hat, obwohl das kein Mensch abstreitet, das es so sein könnte aber, es gibt auch noch andere Lösungen...!

Ein solcher Anspruch an sich selbst ist äußerst hinderlich bei jedem Lernprozess. Es macht Lernen, also seinen Horizont erweitern, sogar unmöglich. Lernen hängt mit aufnehmen/annehmen zusammen, nicht mit senden. Das Verhältniss zwischen Sender und Empfänger ist nicht in Ordnung, nicht im Gleichgewicht.

Je älter diese Menschen werden, desto häufiger verfallen sie in Sturheit s.o. Nicht nur das, es führt zu schlechter Laune bis hin zu depressiven Verstimmungen, Schwierigkeiten mit Partnern, Einsamkeit, sich unverstanden fühlen, obwohl der Andere in aller Regel sehr wohl verstanden hat...

Der Lebensfluss gerät in einen Stau, es geht nicht weiter, es geschieht immer wieder das Gleiche. Der Mensch hat das Gefühl, sich im Kreis zu drehen.

Der Ausweg aus diesem Teufelskreis ist: Dazulernen, umlernen, umdenken, unbekannte Gefühle zulassen, gleichgültig wie alt (oder weise) jemand ist.

Kommunikation - Warum ein Gespräch nicht gelingt

Der erste und wichtige Teil der Kommunikation ist die Information. Sie besteht in der Regel aus den fünf großen „W“.
1. Was - 2. Wer - 3. Wann - 4. Wo - 5. Warum.

Fehlen diese grundsätzlichen Informationen kann ein aufschlussreiches, bereicherndes, erhellendes Gespräch nicht stattfinden. Der Zuhörer ist immer in Unsicherheit, sieht sich gezwungen häufig mit Fragen zu unterbrechen, ist unkonzentriert, sucht nach dem Zusammenhang und die eigentliche Absicht des Redners.

Bleibt es bei der Information, dann ist es auch kein Gespräch sondern eine Anordnung oder ein Befehl und nur in ganz besonderen Situationen zu empfehlen.z..B. bei einem Unfall, bei einem Krankentransport, beim Militär, beim Sport oder bei extremer Gefahr.

Manch Redner langweilt sein Publikum bis hin zum Einschlafen dadurch, dass er zwar stimmige Fakten und korrekte Informationen aufzählt, aber es dabei belässt. Wir alle kennen diese Langweiler. Der Zuhörer kann nicht anders als innerlich abzuschalten.

Warum bei der Kommunikation das Vertrauen fehlt

Wir alle nehmen das gesprochene Wort oder die verbale Kommunikation wahr und reagieren entsprechend. Auch die nonverbale Kommunikation wie Körperhaltung, Mimik und Gestik aber auch die Lautstärke und die Tonlage der Stimme, zu hoch oder zu tief oder zu monoton, zu schnell oder zu langsam.

Was weniger bekannt ist und nicht von allen Menschen selbstverständlich wahrgenommen wird, ist die Energie in der sich der Redner befindet. Viele Menschen können die verbale und auch die nonverbale Kommunikation absolut überzeugend vermitteln – der Zuhörer kann nichts Gegenteiliges behaupten und sein Verstand muss das Gesagte akzeptieren. Ganz besonders dann, wenn nachgefragt wird, haben sie dazu noch Fragen? Nein, ist dann meistens die Antwort. Soll nun der nächste Schritt erfolgen, oft ist es eine Unterschrift, wird gezögert oder das Gespräch wird vertagt.

Woran liegt es? Der Gesprächsteilnehmer hat kein Vertrauen, denn Vertrauen entsteht nicht aus richtigen Fakten. Auch nicht unbedingt aus einem unsicheren Gefühl heraus, denn Gefühle entstehen aus Erfahrungen, sondern aus der Energie, die hinter dem Gefühl entsteht, aus der sog. „inneren Stimme“. Leider kennen viele Menschen diese innere Energie nicht oder sie schieben sie beiseite, weil sie diese Energie mit sog. komischen oder misstrauischen Gefühlen verwechseln.

Wodurch wird das Vertrauen beim Gesprächspartner verhindert?

Meistens dadurch, dass etwas gesagt oder sogar behauptet wird, was nicht der inneren Überzeugung entspricht, aber eventuelle Vorteile verspricht oder zumindest in Aussicht stellt.

Zum Beispiel:
„Ja, dieser Arbeitsplatz entspricht genau meinen Wünschen und Vorstellungen…“
(In Wirklichkeit hat derjenige selbst nach langem Suchen kein besseres Angebot bekommen.)

Oder:
„Diese Immobilie oder Wohnung ist wie für Sie gemacht, Sie können nichts
Besseres finden…“
(In Wirklichkeit ist die Immobilie zu teuer oder aus verschiedenen Gründen nicht zu verkaufen oder zu vermieten.)

Oder:
„Ich liebe Dich, Du bist derjenige/ diejenige von der ich immer geträumt habe…“
(In Wirklichkeit geht es oft um ganz andere Bedürfnisse, z.B. Sex oder der Wunsch geheiratet zu werden, weil ein gewisses Alter erreicht ist.)
Ist jemand für solche Schmeicheleien empfänglich und hört er nicht auf seine „innere Stimme“ kann und wird es sehr unangenehm werden, wenn auch nicht immer sofort. Vertraut jemand nur seinem rationalen Verstand, kann die jeweilige Aussage sogar richtig sein, aber leider nur für diesen Moment.

Um der Vollkommenheit gerecht zu werden müssen auch diese Menschen erwähnt werden, die grundsätzlich a l l e s glauben und auch diejenigen die grundsätzlich n i c h t s glauben. Das hat nichts mit der inneren Stimme zu tun, auch nichts mit dem Gefühl und auch nichts mit dem Verstand. Es ist in der Regel einfach eine schlechte Angewohnheit, die meistens anerzogen ist und auch im fortgeschrittenen Leben nicht mehr in Frage gestellt wurde.

Der einigermaßen verantwortungsbewusste Verkäufer oder Berater wird bei denen, die grundsätzlich alles glauben schnell stutzig und fragt dann nach, warum etwas so interessant ist. Bei denen die grundsätzlich nichts glauben, fragt er nach, „womit könnte ich Sie denn glücklich machen…“

Bald geht es weiter mit der Kommunikation…

Gefühl oder Verstand?

Diese Frage ist leicht zu beantworten, beides!

Denn Verstand ohne Gefühl ist energielos und Gefühl ohne Verstand ist zwecklos, es führt ins Leere.

Zum besseren Verständnis: Die linke Gehirnhälfte ist für den Verstand zuständig und ein Teil davon ist die Ratio. Die Ratio ist für Fakten zuständig. Die rechte Gehirnhälfte ist für Gefühle und die Kreativität zuständig.

Beide Gehirnhälften sind durch feinste Fasern am Oberhaupt miteinander verbunden, wenn man es zulässt. Sie „spielen“ quasi miteinander durch unwillkürliche Berührung. Dadurch sind beide Gehirnhälften synchron miteinander verbunden und erzeugen optimale Denk-und Entscheidungsergebnisse wobei das Gefühl niemals zu kurz kommt und natürlich auch bei Entscheidungen die hauptsächlich vom Gefühl gesteuert werden.

Leider beobachte ich immer öfter, besonders bei jüngeren Klienten, das nur rational oder nur gefühlsmäßig erlebt und entschieden wird, was unweigerlich zu Fehlentscheidungen führt, die viel Enttäuschung und/oder Herzeleid nach sich zieht.

Dann ist der Jammer groß!

Eine bewährte einfache Übung hilft dabei, die beiden Gehirnhälften miteinander in Kontakt zu bringen:

Stellen Sie sich Ihre beiden Gehirnhälften wie zwei Wallnusshälften vor und viele Millionen feinste Fasern dazwischen.

Schauen Sie, ob die Fasern an einer Seite schlaff herunter hängen oder eingerollt sind oder an beiden Seiten…?

Sorgen Sie nun dafür, durch Ihre Imagination, das die Fasern von beiden Seiten sich aufeinander zu bewegen sich finden und berühren und miteinander spielen wie fröhliche Kinder.

Sie werden erleben, diese Fröhlichkeit überträgt sich auf Ihr Befinden, sofort!

Reden und gehört werden

Betont leises sprechen ist fast immer ein Machtspiel, um sich durchzusetzen, um sich Gehör zu erzwingen, um uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu bekommen. Eher seltener geschieht es aus Schüchternheit, wie oft angenommen wird.

Oft wird auch lautes sprechen angewandt. Die Wirkung ist aber eher gering. Die Zuhörer verschließen sich innerlich, schauen nach unten, ziehen die Schultern hoch, rutschen auf ihrem Stuhl ein wenig nach unten um sich „unsichtbar“ zu machen.

Bei einem Redner, der zu leise spricht beugen sich die Zuhörer ein wenig nach vorne, reißen die Augen etwas weiter auf, manche öffnen unwillkürlich den Mund und rutschen auf ihrem Stuhl etwas nach vorne.

Für eine kürzere Zeit bekommt der Redner tatsächlich volle Aufmerksamkeit. Er hat sein Ziel erreicht, er freut sich, ist stolz.

Jedoch, wenn er diese Technik länger fortsetzt geschieht das Gegenteil. Keiner interessiert sich mehr für ihn, die Zuhörer verlassen (wenn sie können) den Raum oder nicken ein, spielen auf ihren Handys oder recken und strecken sich gähnend in der Hoffnung, der Redner möge es bemerken…

Die Lösung ist ganz einfach: Nicht zu laut und nicht zu leise sprechen, mit Betonung und Mimik, mit einer gelegentlichen Handbewegung und immer wieder mal mit einem Lächeln und wachen Augen. Dann interessiert sich jeder für das Gesagte.

Das gegenseitige Wohlwollen bei der Kommunikation

Unaufmerksamkeiten, z.B. sein Gegenüber nicht anschauen, woanders hinschauen, mit dem Handy spielen, nicht reagieren usw. Die mindeste Reaktion ist ein „ja“, im Sinne von, ich habe dich gehört und verstanden.

Durch mangelndes Wohlwollen kann vieles aus dem Zusammenhang gerissen werden und Missverständnisse provozieren. Wohlwollen tut das nicht. Ein Text oder ein Gespräch wird im Sinne der positiven Intention interpretiert. Sind mehrere Deutungen denkbar wird nachgefragt. Im Zweifel sollten wir uns stets für die Lesart entscheiden, die Einvernehmen schafft. Einvernehmen setzt nicht unbedingt Einverständnis voraus. Es können durchaus zwei Meinungen gleichberechtigt nebeneinander stehen. Dann gibt es die Möglichkeit, die Entscheidung aufzuschieben, einen Kompromiss zu finden oder die Entscheidung demjenigen zu überlassen, dem sie auf Grund seiner Position und damit seiner Verantwortung zusteht wie z.B. dem Chef, dem Besitzer oder dem offiziellen Verwalter.

Wissenswertes - zuletzt aktualisiert am 26.02.2018

Wirklichkeit und Realität

diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt. Die Wirklichkeit basiert auf der subjektiven Erfahrung oder Ansicht. Die Realität hingegen ist objektiv und basiert worauf wir, die Menschen uns
geeinigt haben.

Z.B.: Auf die Farben, rot, gelb, grün. Sieht ein Mensch grün, wenn alle anderen rot sehen, dann ist das seine persönliche Wirklichkeit aber nicht die Realität. Bei Verkehrsampeln kann diese persönliche Wahrnehmung natürlich zu Schwierigkeiten führen…

Oder auf eine bestimmte Geschmacksrichtung. Der eine mag es mild, der andere scharf, süß oder sauer, würzig oder eher neutral. Auch das ist eine persönliche Wirklichkeit und hängt in der Regel mit dem Bedürfnis es einzelnen zusammen. Es ist eine Realität, dass ein Essen scharf ist, aber es ist keine Realität, dass nur scharfes Essen richtig gewürzt ist usw.

Im Berufsleben werden oft persönliche Erfahrungen, also Wirklichkeiten, so hingestellt als wäre es die Realität. Das führt dann zu Irritationen, besonders dann, wenn der andere Gesprächspartner eine ganz andere Erfahrung gemacht hat und auch diese als Realität hinstellt. Jeder versucht dann durch sog. Rechtfertigungen seine Wirklichkeit als Realität zu definieren. Dann ist eine Einigung noch lange nicht in Sicht!

In der Praxis wird jedoch, schon aus Zeitersparnisgründen, die Wirklichkeit des jeweiligen Chefs als Realität akzeptiert.

Nach dem Motto: Unser Chef hat immer Recht, auch wenn er einmal nicht Recht hat, tritt automatisch Paragraph 1 wieder in Kraft!

Schwierig oder sogar gefährlich wird es natürlich wenn jemand auf seiner Wirklichkeit als Realität besteht obwohl es für alle anderen ganz offensichtlich ist das z.B. rot nicht grün ist und umgekehrt.

Bei Farben ist es Farbenblindheit, die dem Betreffenden in aller Regel bekannt ist. Geht es jedoch um die Wirklichkeit eines Menschen, die ganz offensichtlich dem Wahnsinn entspringt, dann führt das zu Krieg, Leid und ungeahnten Katastrophen
die wir alle aus der Geschichte kennen.

Vernunft

Die Vernunft ist bei sehr vielen Menschen äußerst beliebt und hoch geschätzt. Bei Fragen oder Konflikten aller Art wird gerne das Gespräch damit begonnen, „nun wollen wir mal ganz vernünftig an die Sache herangehen…“ Was bedeutet das eigentlich?

1. Gefühle oder gar Emotionen (übertriebene Gefühle) sollen vermieden werden.
2. Man möge sich möglichst auf Fakten konzentrieren.
3. Kühl und sachlich bleiben.
4. Vermutungen jeglicher Art vermeiden.
5. Nicht persönlich werden.
6. Sich auf Erfahrungen verlassen, Neuerungen vermeiden.

Ich frage mich dann, wie soll ein Konflikt mit dieser Einstellung gelöst werden? Bei Konflikten aller Art geht es doch hauptsächlich um verletzte, missverstandene oder missinterpretierte Gefühle. Die Fakten kann man zwar relativ schnell klären, aber die innere Verletzung ist mit Vernunft allein kaum wieder in Ordnung zu bringen.

Wenn die betroffenen Parteien nach einer sachlichen Aussprach sich trotzdem unverstanden und damit traurig oder auch wütend fühlen ist kein Wunder.

Wie sagt das Sprichwort: „Es ist nicht vernünftig, immer vernünftig sein zu wollen.“

Launenhaftigkeit

Launenhaftigkeit resultiert aus einer Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der Realität.

Schlechte Laune entsteht wenn man sich von einer Situation, einem Mensch oder einem Meeting mehr, oder etwas anderes erwartet hat. Gute Laune wenn sich die eigenen Vorstellungen erfüllt haben.

Je flexibler ein Mensch ist, desto leichter akzeptiert er Situationen, die nicht seinen Vorstellungen entsprochen haben, je unflexibler ein Mensch ist, desto mehr kämpft er, um die Situation seinen Vorstellungen anzupassen. Manchmal gelingt es, oft aber auch nicht. Dann hat der Betreffende schlechte Laune. Zieht ein grimmiges Gesicht und hat eine unangenehme Ausstrahlung. Der Volksmund sagt dann „heute ist er stinkig“ oder „es stinkt ihm mal wieder etwas gewaltig“. D.h. seine Vorstellungen wurden nicht erfüllt.

Nun stellt sich die Frage: Soll man sich überhaupt Vorstellungen machen? Da gehen die Meinungen auseinander. Die einen sind der Meinung, ohne Vorstellung kann nichts geschehen. Die anderen stellen sich weniger vor und schauen, wie die Dinge sich entwickeln um dann im rechten Moment zu handeln, oder auch „zuzuschlagen“ wie der Volksmund treffend sagt.

Der Mensch, der eher spontan, also unerwartet handelt hört auf seine Intuition. Der Mensch, der eher geplant vorgeht hört mehr auf seine Ratio und seinen Verstand.

Der Verstandesmensch hat eindeutig und auch nachgewiesener Maßen deutlich mehr Stress. Die Stimmungsschwankungen können heftig werden bis hin zu depressiven Zuständen.

Derjenige, der auf seine Intuition hört bleibt selbst in heftigen Situationen rel. locker und entspannt. Er hat mehr Vertrauen. Innerlich weis er, im rechten Moment wird das Richtige geschehen oder ich werde das Richtige sagen, ohne viel überlegen zu müssen.

Entspannung

Durch Ent-spannung bekommen wir Zugang zu unserer Intuition. Intuition entsteht, wenn beide Gehirnhälften zur gleichen Zeit aktiv sind und die hauchfeinen Fasern, wodurch die beiden Gehirnhälften miteinander verbunden sind, sich gegenseitig ungehindert berühren können.

Entspannung ist leichter als erwartet:

Gleichgültig wo Sie sich befinden Sie können Ihre Muskeln, besonders in den Schultern und im Nacken locker lassen. Wieder sagt der Volksmund ganz richtig „mach dich mal locker“ Dadurch kann die Energie wieder fließen…, die spontanen Gedanken und Einfälle erreichen Ihr Bewusstsein.

Dabei können Sie zusätzlich ein Lächeln auf Ihr Gesicht zaubern. Denken Sie einfach an eine lustige Situation oder ein Bild oder an das Gesicht eines Kollegen usw.

Wenn Sie fleißig sein wollen, „schauen“ Sie einmal, in der Imagination, auf die feinen Fasern zwischen Ihren Gehirnhälften, wie sie sich fröhlich berühren, wie spielende Kinder und sich endlich mit der Gegenseite austauschen und befruchten können.

Bei verspannten Menschen berühren sich die Fasern der Gehirnhälften fast nie, das ist das Problem und die Ursache für Stress.

Das ist schon alles um entspannt zu sein. Sie müssen noch nicht einmal die Augen dabei schließen.

Menschlichkeit

Menschlichkeit

Man sagt, „der Mensch verliert immer mehr seine Menschlichkeit.“ Ist das wirklich so, nur heute? War es nicht schon immer so, nur in verschiedenen Formen und Auswirkungen?

Menschlichkeit bedeutet, Mensch sein. Aber was ist das? Es ist all das, was Menschen so tun oder auch lassen. Gerne bezeichnen wir nur das als menschlich was uns moralisch oder auch rechtlich gefällt. Das, was uns nicht gefällt oder das, was wir als ungerecht, zu hart oder zu belastend empfinden, als unmenschlich. Aber auch in diesem Wort steckt das Wort menschlich...

Aber betrachten wir vorläufig nur den Alltag der Menschen mit all den Kleinigkeiten und scheinbaren Nebensächlichkeiten, die auch zur Menschlichkeit gehören:

1. Ein Lächeln, ohne besonderen Grund, z.B. in der U-Bahn wenn man sich gegenüber sitzt.

2. Ein interessiertes (nicht neugieriges) Nachfragen, wie eine Sache ausgegangen ist.

3. Ein „Dankeschön“ für einen guten Hinweis, auch wenn es schon einige Zeit zurückliegt.

4. Seinen „Mund aufmachen“ wenn man bei einer Klarstellung behilflich sein kann. Nicht denken, das geht mich doch nichts an, ich kenne die Leute doch nicht, wer weiß, was da noch auf mich zukommt.

5. Vermeiden Sie eine kalte Sachlichkeit in Ihrer Stimme, besonders wenn es um
private Themen geht.

6. Sprechen Sie weder zu laut noch zu leise und nuscheln Sie nicht. All diese Ausdrucksformen sind (meist unbewusste) Machtspiele. Man will eigentlich nicht verstanden werden um sich nicht festlegen zu müssen.

Möglichkeiten und Unmöglichkeiten - Wahrscheinlichkeiten - Sicherheiten

Die Möglichkeiten, die wir alle haben sind fast unendlich.

Der Volksmund sagt es ziemlich deutlich: Ja, alles ist möglich! Oder, ein Wunder kann immer geschehen. Oder, es wird doch wohl möglich sein, dass wir in Frieden leben können, oder, den Schuldigen ausfindig machen können, oder, Heilung für meine Krankheit finden können, oder, jede Woche besteht die Möglichkeit, dass ich Lottomillionär werde…usw.

Die Frage ist nur, wie hoch ist die Chance auf Erfüllung tatsächlich. Sehr gering!

Die Unmöglichkeiten liegen klar auf der Hand.

Bei den Wahrscheinlichkeiten sieht es schon ganz anders aus. Wie das Wort Wahrscheinlichkeit schon sagt, ist darin die Wahrheit enthalten. D.h. die Chance auf Richtigkeit ist bedeutend höher als bei den Möglichkeiten. Auch hier sagt der Volksmund ganz richtig, da ist viel Wahres dran, oder, immerhin ist es im Wahrscheinlichkeitsbereich, oder, so könnte es tatsächlich sein…usw.

Sicherheiten sind zwar sehr beliebt und werden viel zu oft angestrebt, ohne das dafür ein wirklicher Grund besteht. Der Preis ist entsprechend hoch. Denken wir nur an all die unnötigen Versicherungen, die nie in Anspruch genommen werden – aber, man fühlt sich sicher. Oder an die vielen Versprechen, die gegeben werden – und doch nicht eingehalten werden…usw.

Sicherheiten sind ähnlich rar wie sich erfüllende Möglichkeiten.

Wie viele durchaus vielversprechende Angebote und Chancen werden auf Grund vermeintlich fehlender Sicherheiten abgelehnt oder aufgeschoben, bis es zu spät ist.

Würden wir uns mehr mit Wahrscheinlichkeiten beschäftigen, wäre unser Leben interessanter, ereignisreicher, aktiver und fröhlicher.

Übertreibungen

Übertreibungen jeglicher Art sind ein klares Zeichen dafür, dass es an Einfühlungsvermögen (Empathie) fehlt. Einfühlungsvermögen kommt aus unserem Gefühlszentrum (rechte Gehirnhälfte) was bedeutet, sich in die Möglichkeiten und auch in die Unmöglichkeiten in angemessener Form bei sich selbst und bei anderen einfühlen zu können.

Verlangt oder erwartet man zu viel, zu wenig oder das Falsche entsteht Spannung, Druck, Stress, womöglich Verzweiflung (Zwiespältigkeit), man kann sich nicht mehr ent-scheiden weil man es jedem Recht machen will, verliert seine Meinung, wird dadurch unglaubwürdig und erreicht das Gegenteil von dem, was beabsichtigt war.

Darauf folgt dann die Angst (innere Enge). In der Brust, im Hals, im Kiefer, im Kopf, in den Muskeln, im Nacken, in den Schultern usw.

Schmerzgefühle kann jeder nur bis zu einem gewissen Grad verdrängen. Spätestens dann muss das Gefühl berücksichtigt werden.

Stellt sich die Frage, warum reagieren die meisten Menschen auf negative Gefühle recht schnell? Oft wird dabei wieder übertrieben in dem „mit Kanonen auf patzengeschossen“ wird.

Übertreibungen sind immer dann im Spiel, wenn man verbal oder im Gefühl das Wörtchen „zu“ davor setzen möcht, z.B. zu viel, zu wenig, zu hart, zu weich, zu teuer, zu billig, zu süß, zu scharf, zu laut, zu leise usw. Die Lösung liegt nicht darin, wie viele Menschen glauben, wieder ins Gegenteil zu gehen, sondern in der Angemessenheit, also im rechten Maß, nicht im Mittelmaß. Das Mittelmaß ist zwar keine Übertreibung, aber es fehlt die Entscheidung.

Gutmütigkeit oder Güte?

Diese beiden Begriffe werden im Sprachgebrauch häufig verwechselt, obwohl sie nichts miteinander zu tun haben.

Ist jemand gutmütig, dann sagt er häufig „ja“ ohne davon überzeugt zu sein, er ist also nachgiebig. Er lässt sich Dinge bieten, die man eigentlich nicht gutheißen kann.Man möchte Streit vermeiden und die Beziehung nicht gefährden. Gutmütige befürchten fast immer die ernsthafte in Fragestellung einer Beziehung, nur weil sie anderer Meinung sind als ihr Gegenüber. Die Gutmütigkeit entspringt also einer inneren Haltung der Schwäche, zumindest aber der Defensive.

Ganz anders verhält es sich wenn jemand Güte praktiziert. Das setzt voraus, dass er voll und ganz hinter einer Sache steht. Er denkt dabei nicht an seinen eigenen Vorteil, nimmt evtl. sogar etwas in Kauf, was Mühe bereitet. Seine Position ist unangefochten. Er will nicht „gut dastehen“, sondern er steht für seine Sache ein.

Intuition

Intuition kommt aus dem unbekannten Unbewussten, nicht aus dem Unterbewusstsein. Dieses ist an die Persönlichkeit des Menschen gebunden, also an die Erlebnisse, die Gedanken und Gefühle, die guten
ebenso wie die schlechten, die nützlichen wie die schädlichen. Darauf basiert die Aussage "jeder ist seines Glückes Schmied", denn das persönliche Unterbewusstsein kann man bis zu einem gewissen Grad
tatsächlich beeinflussen. Eine andere Aussage hierzu: "überlege gut, was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen".

Das Unterbewusstsein wird bei zivilisierten Menschen stark konditioniert, z.B. durch Werturteile - das was in einer bestimmten Sozialschicht als richtig und nützlich angesehen ist. Dadurch entstehen sog. "Programme". Diese sind grundsätzlich gut oder zumindest nicht schlecht, jedoch nur zu dem Zeitpunkt an dem sie "installiert" wurden. Schon kurze Zeit später sind sie überholt und wandeln sich in sogenannte Blockaden (Hindernisse durch festgefahren sein) um.

Jeder kennt das aus dem Alltag.

Das große unbekannte Unbewusste ist ein Fundus, der zwar allen Lebewesen zur Verfügung steht, aber von zivilisierten, rational gebildeten Menschen lieber umgangen wird.

Warum? Weil man das, was aus dem Unbewussten kommt, nicht begründen kann.

Es ist einfach da! Fragt man z.B. einen Mensch, der eine tolle oder geniale Intuition (Eingebung) hat wie er darauf gekommen ist, wird er immer antworten, ich weiss es nicht, es war einfach da.

Kreative, aber auch Berufe in denen man mit rational/analytischen Überlegungen oft nicht auf eine zutreffende Antwort kommt, z.B. bei Kriminalbeamten, Drogenfahndern, Börsenmaklern, Ärzten, Psychologen aber auch bei Buchhaltern, die etwa nach einem fehlenden Betrag verzweifelt suchen, sind auf Ihre Intuition angewiesen.

Sie sagen dann oft, da muss ich erst mal drüber schlafen...! Am nächsten Morgen oder auch mitten in der Nacht kommt dann oft die erlösende Antwort.

Bei Notsituationen bleibt nichts anderes übrig als auf die Intuition zu hören. Übrigens, - sie ist nicht nur effizient (absolut zutreffend) sondern auch blitzschnell.

Bewusstsein

Im Unterbewusstsein ist die Vergangenheit eines Menschen und zum Teil die seiner Vorfahren gespeichert. Es entsteht ein Wiederholungsprozess, immer wiederkehrende Situationen bestimmen das Leben. Wenn wir mehr aus dem Bewusstsein leben würden, wäre dieser Wiederholungsprozess zwar nicht sofort beendet, aber er würde eine immer geringere Rolle spielen.

Sehr viele Menschen fühlen sich an ihre Vergangenheit regelrecht gebunden , manche sind sogar stolz darauf, was deutlich wird, wenn sie sich ständig auf ihre Erziehung berufen, auf ihre guten, klugen, allwissenden oder aber strengen, ungerechten Eltern oder auf ihre Ausbildung, ihren Beruf.

Oft hört sich das dann so an, als „dürften“ z.B. Ingenieure oder Mathematiker nur in Zahlen oder technischen Fakten denken und sprechen, alles Menschliche wie Gefühle wird als verpönt empfunden – spätestens bei der Partnersuche wird es dann schwierig. Lehrer wirken oft wie Besserwisser, sie setzen sich selbst damit unter Druck, alles wissen zu müssen. Kreative sind häufig sehr eigensinnig. Im Sozialbereich Tätige geben gern ungefragte Ratschläge – die dann das wert sind, was sie kosten - Theologen versuchen immer mild und freundlich zu wirken, sprechen leise und bedächtig, obwohl sie innerlich voller Wut oder Empörung sind.

Die ewigen „Kinder“ wollen alles immer noch so machen, wie sie es von Mutti gelernt haben, sie wollen ganz genau gesagt bekommen, was sie zu tun und zu lassen haben, dann sind sie zufrieden. Im Beruf oder in der Partnerschaft wundern sie sich dann, wenn sie immer in untergeordneter Position bleiben. Eine andere Gruppe in der „Kinderabteilung“ sind die „bockigen“ Kinder. Alles, was die Eltern, die Lehrer, der Staat usw. sagen oder gesagt haben, ist falsch! Alles, was sie selbst denken und sagen, ist richtig! Das kann schwierig werden, aber auch diese Gruppe kann ins Bewusstsein finden. Hier passt der Spruch: „Ein Mensch ist dann erwachsen, wenn er etwas tut, obwohl es seine Eltern gesagt haben“.

Wie gesagt, Menschen, die aus dem Unterbewusstsein leben, leben aus der Vergangenheit und in Wiederholungen. Es ist fast so, als würden sie in einem Zug fahren und ständig über das nachdenken, was sie vor vielen Stationen gesehen und erlebt haben. Die jetzige Station wird kaum wahrgenommen. Dann fährt der Zug weiter und sie fangen an über kommende Stationen zu lesen, zu diskutieren, zu schwärmen und zu streiten, obwohl noch niemand dort war. Irgendwann kommt diese viel diskutierte Station und, so hatten sie sich das aber nicht vorgestellt..., und der gleiche Prozess geht weiter, man erzählt sich nach vielen weiteren Stationen von dieser Station und schließt auf die nächsten Stationen.

Die Gegenwart wird so nur peripher wahrgenommen. Ist ein Mensch im Bewusstsein und nicht „in Gedanken“, nimmt er die ganze Gegenwart wahr. Und – nimmt er wirklich die Gegenwart wahr, kommt er automatisch ins Bewusstsein. Ist er dagegen ständig in Gedanken, also in der Vergangenheit oder in der Zukunft, werden Entscheidungen fast zur Qual. Das ist nachvollziehbar, denn er kann ja nur das wieder erleben, was er schon einmal, zumindest ähnlich, erlebt hat. Eine Entscheidung kann er nur aufgrund der vergangenen Erfahrung treffen, die Gegenwart bleibt jedes mal außen vor. Die ersehnte Spontaneität fehlt gänzlich, denn diese entsteht nur aus der Gegenwart, aus dem Bewusstsein heraus.

Ein Mensch, der als interessant, unterhaltsam, authentisch und erfrischend empfunden wird, ist häufig im Bewusstsein. Naheliegend, er hat es leichter, in allen Lebensbereichen, als z.B. der ewige Zauderer. Dieser wägt alles so lange ab, bis nichts mehr übrig ist und dann ist er auch noch stolz auf sich, für seine weise Voraussicht.

Viele Vorgesetzte gehen ähnlich vor und wundern sich dann, wenn nichts oder zu wenig geschieht. Die Mitarbeiter sind nicht motiviert, sie langweilen sich oder sind gestresst, weil sich ewig „die gleiche Leier“ wiederholt. Manchmal handeln Vorgesetzte auch zu oft aus dem Gefühl heraus und halten das dann für Spontaneität. Dann entsteht Hektik und Spannung, es ist wie Achterbahn fahren. Oder, das trifft mehr auf Freischaffende zu, sie sind absolut eigensinnig. Auch das ist schwer zu ertragen, weil ihre Ideen losgelöst sind von allen Üblichkeiten.

Nicht nur die Gedanken, auch die sich wiederholende Gefühle kommen aus dem Unterbewusstsein, also aus der Vergangenheit.

Auch Stress, ein häufig empfundener Zustand, entsteht aus mangelndem Bewusstsein, aus mangelndem „Sein“ in der Gegenwart.

Bei beidem hilft also oft, sich auf die Gegenwart zu besinnen.

Bitte, fassen Sie diesen Text nicht dahingehend auf, als „sollten“ Sie nie mehr in Gedanken oder Gefühlen in der Vergangenheit oder Zukunft sein oder schwelgen. Ganz und gar nicht. Aber, versuchen Sie oft genug, immer wieder, in die Gegenwart zu kommen, besonders dann, wenn Sie sich mal wieder nicht entscheiden können.

Egozentrik - Ego - Egoismus

sind das Gegenteil von Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Liebenswürdigkeit.

Egozentrik sind aufgesetzte Verhaltensweisen, die dem Gegenüber immer etwas „vorgaukeln“. Z.B. Stärke, Überlegenheit, Rechthaben, es genau wissen, unbeugsam sein usw. Aber auch extreme Freundlichkeit, Charme, Liebenswürdigkeit, Hilfsbereitschaft, Verständnis usw.

Man erkennt den Egozentriker daran, das er immer übertreibt. Diese Freundlichkeiten sind eher erschreckend als erfreulich. Aber auch die Demonstration seiner sog. Stärke ist oft lächerlich und wirkt manchmal kindhaft, pubertär.

Manche Menschen gehen auf solche Übertreibungen ein in der Hoffnung, dann ihre „Ruhe“ zu haben…, weit gefehlt. Der Egozentriker nimmt dies als Aufforderung, mal wieder ein „Opfer“ gefunden zu haben, das seine „Genialität“ erkennt.

Egozentriker handeln, sprechen und fühlen fast immer mit Berechnung. Allem, was sie tun liegt der Gedanke WENN – DANN zugrunde. Nichts geschieht spontan, aus dem Herzen.

Sie bilden sich auch allen Ernstes ein, „SO BIN ICH“ und ich habe immer recht!

Vertrauen

Vertrauen sollte man nicht mit Zuverlässigkeit verwechseln, was oft getan wird.

Zuverlässigkeit gehört zwar dazu, sie ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, denn ohne sie würde wenig bis nichts funktionieren. Trotzdem hat sie nichts mit Vertrauen zu tun. Viele Menschen glauben auch, Vertrauen in einen Mensch oder eine Situation haben zu können, wenn sie sich an Vertraute, z.B. aus der Kindheit die Eltern oder an einen bestimmten Lehrer oder Vorgesetzten erinnert fühlen. Manchmal genügt eine Redewendung, die sie gut kennen, um zu glauben, sie könnten Vertrauen haben.

Trotzdem ist das leider kein Vertrauen, sondern Gewohnheit.

Das gilt natürlich auch für das Gegenteil. Menschen hören etwas, was sie vorher noch nie gehört haben und sind nun der Überzeugung, dieser Aussage kein Vertrauen schenken zu können. Schade.

Zugegeben, Vertrauen ist eine heikle Sache. Trotzdem haben wir es schon alle erlebt. Wir wissen zwar nicht warum, aber manchmal sagt in uns einfach alles „ja, ja, ja“ zu einem Mensch, einer Situation, einer Aussage, einem Angebot, einer Immobilie, einem Auto, einer Position…usw. Wir haben nicht die geringsten Zweifel. Wir hinterfragen auch nicht. Wir sind sogar mit allem einverstanden, was daraus entstehen könnte. Wenn uns jemand fragt, wie wir auf dieses Vertrauen kommen, ist die Antwort meistens, ich weis es nicht.

Natürlich gilt auch hier das Gegenteil. Es gibt Menschen, speziell Verkäufer, die über total überzeugende Argumente verfügen - keiner Frage bleiben sie einer überzeugenden Antwort schuldig. Und trotzdem, wir sagen nicht ja, sondern „das war sehr aufschlussreich, vielen Dank, ich überlege mir das noch einmal genau.“

Wir sollten öfter auf diese innere Stimme hören, dann machen wir keine Fehler, die wir später bedauern.